In der ÖkoSiedlung wird aus Eis Wärme erzeugt

Mit einem der größten Eisspeicher Deutschlands. Das Energiekonzept spart jährlich 207 Tonnen CO2 ein.

Das Bauwerk ist riesig, es ist sieben Meter tief und misst 17 Meter im Durchmesser. Mit einem Fassungsvermögen von 1.200 m³ ist der unterirdische Eisspeicher in der ÖkoSiedlung Friedrichsdorf einer der größten seiner Art in Deutschland. Die Funktionsweise ist so einfach wie genial. Zunächst wird der Eisspeicher mit Wasser befüllt. Über Wärmetauscher, die im Eisspeicher verlegt sind und einer Wärmepumpe wird dem Wasser Energie entzogen und in ein Nahwärmenetz eingespeist. Gefriert das Wasser, entsteht sogar noch mehr Energie, die sogenannte Kristallisationsenergie, die ebenfalls abgeführt und für die Warmwasser- und Heizungsversorgung genutzt wird. Während die Bewohner also ihre Häuser und Wohnungen heizen, friert der Eisspeicher langsam zu. Im Frühjahr beginnt die Regeneration, denn die Bewohner des Quartiers benötigen weniger Wärme und das Wasser im Speicher taut langsam wieder auf. Um diesen Prozess zu beschleunigen, wird dem Speicher mithilfe von solathermischen Modulen Sonnenenergie zugeführt. Nach dem Sommer, zu Beginn der Heizperiode, ist der Eisspeicher wieder aufgetaut und die Phase der Wärmeentnahme beginnt von vorn. Wie ein Akku gibt der Eisspeicher also Energie ab und wird mit Sonnenenergie und Umgebungswärme aus dem Erdreich wieder aufgeladen. Durch das intelligente Zusammenspiel aus zwei hocheffizienten BHKW (Blockheizkraftwerke), zwei Wärmepumpen, Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen deckt der Eisspeicher 37 Prozent des gesamten Energiebedarfs der über 350 Wohneinheiten ab. Nach der Inbetriebnahme in 2021 werden dadurch jährlich rund 207 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Energie da erzeugen, wo sie verbraucht wird

Das Energiekonzept des Neubauquartiers vereint noch weitere Vorteile. Da die Wärme zentral vor Ort erzeugt wird, ist eine Anbindung an das Fernwärmenetz überflüssig. Leitungsverluste werden durch eine besonders gute Dämmung und einem Temperaturniveau von weniger als 54 Grad reduziert. Die in der ÖkoSiedlung eingesetzten BHKW (Blockheizkraftwerke) besitzen einen herausragenden Gesamtwirkungsgrad von 90 Prozent. Kohlekraftwerke kommen gerade mal auf 50 Prozent, der Rest der Wärme entweicht in die Atmosphäre. Photovoltaikmodule und ein BHKW versorgen die Wärmepumpe mit Elektrizität. Dabei wird aber deutlich mehr Strom produziert, als die Wärmepumpe benötigt, so dass die überschüssige Menge in das öffentliche Netz eingespeist wird. 
Betrieben wird das Energie- und Wärmenetz von FRANK. Die Bewohner der ÖkoSiedlung schließen Wärmelieferungsverträge ab und werden dann zuverlässig mit Energie versorgt.

Mehr als Energiesparen

Neben der Wärmeversorgung spielt die Bewohnerstruktur in der ÖkoSiedlung eine große Rolle. Die Vielfalt der angebotenen Wohnformen mit Reihen- und Doppelhäusern, Eigentums- und Mietwohnungen sowie Seniorenwohnungen schafft eine gesunde soziale und demographische Mischung, die auch auf lange Sicht gut funktionieren wird. Die relativ dichte, urbane Bebauung sorgt dafür, dass die versiegelte Fläche pro Einwohner möglichst gering ausfällt. 
Die Dachflächen werden, wenn sie nicht mit Solarkollektoren oder Photovoltaikmodulen belegt sind, extensiv bepflanzt. Das sind Moose und Sedum, also Pflanzen die besonders anspruchslos sind und wasserspeichernde Eigenschaften haben. Alle privaten Gärten werden außerdem dank arten- und strukturreicher Pflanzen aufblühen. Diese Bepflanzungen mit einheimischen Arten werden Insekten und Kleinstlebewesen als Habitat dienen. Das Beleuchtungskonzept in der ÖkoSiedlung reduziert die Lichtverschmutzung und schützt damit ebenfalls Insekten, die durch starke Lichtquellen in ihrem natürlichen Verhalten gestört werden. 
Beim Bau der Häuser werden alle Baustoffe hinsichtlich ihrer Ökobilanz bewertet. Aus diesem Grund wird zum Beispiel als Wärmedämmung für die Außenwände eine mineralische Dämmung verwendet, die Natursteine für die Fassadengestaltung stammen aus Deutschland und werden nicht aus dem Ausland importiert, gleiches gilt für die Fliesen. Dazu kommen autofreie Bereiche, die Pkw verschwinden in den Tiefgaragen der Mehrfamilienhäuser und teilweise auch der Reihenhäuser. Teil des Mobilitätskonzeptes ist auch das zeitgemäße Sharing von E-Pkw und E-Bikes.

Der erste Bauabschnitt im Überblick

Fast alle Teilquartiere des ersten Bauabschnitts sind mittlerweile in der Umsetzung. In der Bauphase befinden sich 67 Gartenstadthäuser sowie zehn Doppelhäuser, die die bauhaus wohnkonzept errichtet. Die FRANK Heimbau Main/Taunus, die alle Geschosswohnungsbauten realisiert, hat ebenfalls mehrere Teilprojekte im Bau. Am zentralen Quartiersplatz entstehen drei Stadtvillen mit insgesamt 28 Eigentumswohnungen sowie ein Gebäude mit 54 Seniorenwohnungen, wovon 25 öffentlich gefördert sind, sowie eine Kindertagesstätte für rund 100 Kinder. Darüber hinaus realisiert der Entwickler daneben ein viergeschossiges Gebäude mit 33 Mietwohnungen. 


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